Homöopathie


Homöopathie der Marcus-Apotheke in Viersen - Dülken

Akupunktur als Therapieform anerkannt

In den USA ist Akupunktur als heilende Therapieform anerkannt

Dafür sind zwei Vorgänge von Bedeutung:

    · Neueinstufung der Akupunktur durch die amerikanische Food and Drug Administration (FDA) in die Klasse II im März 1996. Klasse II - Kategorie beinhaltet Instrumente, die wirksam und sicher sind. Dies war ein deutlicher Fortschritt für die Akupunktur in den Vereinigten Staaten, da die vorherige  Kategorie III nur einen experimentellen Gebrauch der Akupunkturnadeln zuließ.
     
    · Konsens-Konferenz der National Institutes of Health über die wissenschaftliche Situation der Akupunktur im November 1997. Die Kommission stellte fest, daß es klare Beweise für die Wirksamkeit von Akupunktur bei Übelkeit und Brechreiz, postoperativ und in Begleitung eine Chemotherapie, bei Schwangerschaftsübelkeit und bei postoperativen Zahnschmerzen gibt.

Darüber hinaus empfahl die Kommission den Einsatz von Akupunktur als "zusätzliche Methode, als akzeptable Alternative oder als komplementäre Therapie" bei

· Suchterkrankungen
· Kopfschmerzen
· Menstruationsschmerzen
· Tennisellbogen
· Fibromyalgien
· Rückenschmerzen
· Karpaltunnelsyndrom
· Asthma bronchiale
· Rehabilitation nach Schlaganfällen

Die Kommission empfahl die Kostenübernahme für Akupunktur durch private Krankenversicherungen und staatliche Krankenkassen für die aufgeführten Indikationen. Die amerikanischen Medien brachten diese Nachricht in prominenter Weise, wogegen in Europa leider nur wenig präzise über diese Entwicklung berichtet wurde.

20.000-30.000 Ärzte, d.h. ca. 10% der tätigen Ärzte, betreiben Akupunktur in der Bundesrepublik. Die Zahl der Anwender zeigt das allgemein hohe Interesse sowohl der Patienten als auch der Ärzte an dieser Methode.

Die gesetzlichen Krankenkassen haben in den zurückliegenden Monaten die Erstattungen für Akupunkturbehandlungen deutlich eingeschränkt. Eine der wichtigsten Forderungen der Akupunkturgesellschaften in den letzten Monaten war, daß die Krankenkassen nur noch Akupunkturen durch Ärzte bewilligen, die eine entsprechende Ausbildung abgeschlossen haben. Patienten, die mit Akupunktur therapiert werden, sollten ihren behandelnden Arzt fragen, ob er eine abgeschlossene Akupunkturausbildung von mindestens 140 Stunden Dauer - die in der Regel mit einem Diplom zertifiziert wird - vorweisen kann.

Anhand von einigen Leitlinien können Patienten erkennen, ob sie kompetent mit Akupunktur behandelt werden - hier eine Übersicht:

    · Im allgemeinen ist bei chronischen Erkrankungen eine Mindestanzahl von
      15 Akupunktursitzungen zweimal wöchentlich mit einer Verweildauer der
      Nadeln von mindestens 15 Minuten zu beachten.
    
    · Bei kompetenter Akupunkturtherapie werden in der Regel 12-20
      Akupunkturnadeln gesetzt.
    
    · Die Verteilung der Nadeln auf Nahpunkte in der Region der Erkrankung und
      spezifische Fernpunkte an den Armen und Beinen sollte gleichförmig
      erfolgen.
    
    · Nach dem Setzen und während ihres Verweilens werden die Nadeln durch
      Drehen oder Heben und Senken manuell stimuliert, was das
      akupunkturspezifische De Qi-Gefühl verstärkt. Dazu ist es oft notwendig,
      die Akupunkturpunkte etwa 5 Minuten nach dem Setzen noch einmal durch
      Drehen zu stimulieren.
    
    · Der Patient sollte mit geschlossenen Augen bequem in einem ruhigen Raum
      liegen. Dabei entspannen sich die Patienten deutlich, sie sollten
      keineswegs durch Praxisgeräusche gestört werden. Eine Behandlung in
      "offenen Kabinen" ist nicht adäquat, da der Behandlungserfolg im
      entscheidenden Maße auch von der Entspannung des Patienten während
      der Sitzung abhängt.

Dr. med. Gabriel Stux, Vorsitzender der Deutsche Akupunktur Gesellschaft Düsseldorf.

 

Anthroposophische Medizin - was ist das?

Die anthroposophisch orientierte Heilkunde versteht sich nicht als alternative, sondern als eine erweiterte naturwissenschaftliche Medizin. Sie richtet sich dabei am Wesen des Menschen und seinen individuellen seelisch-geistigen Bedürfnissen aus. Der Zusammenhang zwischen Mensch und Natur, eine zwangsläufige, da evolutionsbedingte Verwandtschaft, bildet einen zentralen Basisgedanken der Anthrosophie.

 

Rechtliche Basis der "Besonderen Therapieformen"

Im deutschen Arzneimittelgesetz (rechtsgültig seit 1978) bekennt sich der Gesetzgeber zum "Wissenschaftspluralismus der Medizin". Darunter werden derzeit die naturwissenschaftlich orientierte Schulmedizin und die drei "Besonderen Therapierichtungen" verstanden. Zu diesen gehören: Die Phytotherapie, die Homöopathie und die anthroposophische Medizin. Spezielle Zulassungs- und Aufbereitungskommissionen sind mit der Neu- und Nachzulassung der im Handel befindlichen Präparaten betraut. Jede Kommission ist für eine bestimmte Therapierichtung zuständig. So ist die Kommission C für die anthroposophische Medizin, die Kommission D für die Homöopathie und die Kommission E für die Phytotherapie zuständig.

 

Anthroposophische Lehre

Das Wort "Anthroposophie" entstammt dem griechischen Wortschaft und bedeutet: "Anthropos = Mensch", "Sophia = Weisheit" = "Menschenweisheit".

Begründer der Anthroposophie war Rudolf Steiner (1861-1925). Dieser gründete 1913 die Anthroposophische Gesellschaft, deren Zentrum das "Goetheanum" als "freie Hochschule für Geisteswissenschaft" in Dornach bei Basel (Schweiz) ist. Steiner übte seinerzeit einen weitreichenden Einfluß auf das allgemeine Kulturleben aus.

Bis heute wirken und arbeiten die Anthroposophische Gesellschaft, Waldorfschulen und diverse Institute für heilpädagogische Therapieformen (z.B. Eurythmie) auf anthroposophischer Grundlage.

Diese Verwandtschaft der Natur und ihrer Prozesse einerseits mit dem Menschen und seinen Körperfunktionen anderseits prägt den therapeutischen Ansatzpunkt der anthroposophischen Heilkunde mit. Zudem kommt der
Heilmittelherstellung eine ganz besondere Bedeutung zu:

Das jeweilige Herstellungsverfahren bildet das Bindeglied zwischen der Natursubstanz und dem Menschen. Erst durch die Wahl der entsprechenden pharmazeutischen Herstellungsweise wird die ausgewählte Natursubstanz zum Heilmittel. Die pharmazeutische Bearbeitung verwandelt dann die Substanz, damit sie vom Organismus aufgenommen und therapeutisch wirksam sein kann.

Diverse pharmazeutische Verfahren werden hierfür angewandt: Verfestigungsprozesse (kristallisieren), Verflüssigungsprozesse (lösen oder schmelzen), Verluftungsprozesse (destillieren) und schießlich Verbrennungsprozesse (veraschen).

Das Potenzieren eines Stoffes bewirkt, daß das Verdünnungsmedium, wie beispielsweise Wasser, stufenweise durch rhythmisches Verschütteln eine neue, dem Ausgangsstoff entsprechende, Konfiguration erhält. Und genau die Prägung ist für den therapeutischen Erfolg wichtig und bedeutsam, nicht aber die eingesetzten bzw. vorhandenen Stoffmengen.

 

Das anthroposophische Menschenbild

Nach dem anthroposophischen Menschenbild werden vier Wesensglieder als Eigenschaften höherer Organisationsebenen des Menschen unterschieden. Diese vier Wesensglieder stehen in gegenseitigem Wechselspiel zueinander. Gesundheit, Krankheit und Heilung werden dementsprechend nicht rein nach physikalischen Gesetzmäßigkeiten beurteilt. Krankheit bedeutet eine Diskrepanz der normalen üblichen Gesetzmäßigkeiten: Eines der vier Wesensglieder stimmt nicht mehr mit den anderen überein.

Die vier Wesensglieder setzen sich zusammen aus dem

    · physischen Leib
    · dem Ätherleib (der Lebenstätigkeit)
    · dem Astralleib (der Seelentätigkeit) und schließlich
    · der Ich-Organisation.

Die physische Organisation beginnt mit der Befruchtung. Sie ist stets aus lebendigen Entwicklungsprozessen heraus gestaltet. Die Pflanzen, die Tiere und auch der Mensch - sie alle bauen ihren physischen Leib aus der unbelebten mineralischen Welt auf. Erst wenn der Tod eintritt, unterliegt der menschliche physische Leib der Gesetzen der unbelebten Natur.

Die festen, flüssigen, gasförmigen Bestandteile des Leibes gehen ihre eigenen Wege. Zur menschlichen Gestalt lassen sie sich nur dann zusammenfügen, wenn der physische Leib von den Gesetzmäßigkeiten des Lebens durchzogen und zusammengehalten ist.

Der physische Leib aller lebenden Organismen kann mit naturwissenschaftlichen Methoden (messen, wiegen, chemisch-analytisches untersuchen) beschrieben werden und macht jede Gestalt räumlich sichtbar.

Im Ätherleib (Lebensleib) spielen sich die Gesetze des Lebendigen ab. Typische Merkmale des Ätherleibes sind Vererbung, Wachstum, Regeneration und die Organfunktionen. Dabei ist jede Lebensäußerung an einen bestimmten Zeitablauf gebunden. Tiere und Menschen folgen nicht nur den Gesetzen von Raum und Zeit. Beide haben zusätzlich ein seelisches Innenleben.

Der Astralleib (Seelenleib) spiegelt Triebkräfte wieder, die ihre Lebensvorgänge mitprägen. Dazu gehören beispielsweise Begierde, Wünsche, Vernunft, Sympathie, Lust oder Unlust. Große Gegensätze sind zu vereinen: Das "Erdenbewußtsein", das an den physischen Leib und die Sinne gebunden ist, und das "kosmische Bewußtsein", das erst durch das Denken möglich wird.

Die Ich-Organisation schließlich unterscheidet den Menschen von Mineral, Pflanze und Tier.

Der Mensch verfügt im Gegensatz zum trieb- und instinktgeprägten Tier über ein Selbstbewußtsein. Dieses Selbstbewußtsein befähigt den Menschen zu freiem Denken, zum Lernen und zur Selbstbestimmung. Der Mensch kann von seiner Ich-Organisation aus seine anderen Seinsebenen derart beherrschen, daß letztlich sogar der physische Leib ein getreues Abbild seines seelisch-geistigen Lebens wird.

 

Die vier Wesensglieder:

Physischer Leib = Funktionsordung, die den menschlichen Körper zum Träger mineralischer Substanzen macht.

Ätherleib = Lebensleib Funktionsordnung, die den menschlichen Körper zum Träger individuellen Lebens macht.

Astralleib = Seelenleib Funktionsordnung, die den menschlichen Körper zum Träger seelischer Kräfte macht (denken, fühlen, wünschen).

Ich-Organisation = Funktionsordung, die den menschlichen Körper zum Träger der geistigen Individualität macht.
 

Gesundheit und Krankheit in der Anthroposophie

Der Mensch ist um so gesünder, je fähiger er ist, seinen Charakter und sein Wesen in allen vier Seinsbereichen zu äußern. Sind die Gesetzmäßigkeiten eines der vier Wesensglieder nicht mehr im Einklang mit denen der anderen, so herrscht ein Ungleichgewicht. Naturvorgänge werden dominant, eine Störung (Krankheit) entsteht.

Der Organismus des Menschen vereint in sich Gesetzmäßigkeiten, die in verschiedenen Bereichen der Umwelt getrennt zu finden sind. Dazu gehören Gesetzmäßigkeiten aus der mineralischen Umwelt, aus der pflanzlich-lebendigen und schließlich der animalisch empfindenden Umwelt. Während des Lebens muß die Ich-Organisation permanent diese Gesetzmäßigkeiten integrieren. Beispielsweise unsere Ernährung macht uns diese Beziehung deutlich.

Anthroposophische Heilmittel: Anforderungen an die Ausgangsstoffe

Die Ausgangssubstanzen, die zur Herstellung der Heilmittel verwendet werden, stammen aus dem Mineral-, dem Pflanzen- und dem Tierreich.

Den mineralischen Ausgangsstoffen, wie z.B. Metallen, Salzen, Edelsteinen, wird eine direkte Wirkbeziehung zur Ich-Organisation zugesprochen. Sie unterstützen die Ich-Organisation bei ihrer Aufgabe, den physischen Leib wieder zu beherrschen und in die Fülle der Einzelprozesse zu integrieren.

Pflanzliche Ausgangsstoffe entstammen aus kontrolliert biologischem Anbau oder auch aus Wildsammlungen. Ihnen spricht man primär eine Wirkung auf den Astralleib, das Seelische, zu. Sie regulieren die Beziehung des Astralleibes zum Ätherleib.

Organische Ausgangsstoffe vom Tier wirken im Menschen direkt auf die Vitalvorgänge des Ätherleibs. Sie regulieren dessen Verhältnis zum Astralleib. Die Ausgangsstoffe stammen ausschließlich von gesunden Tieren aus veterinärmedizinsich kontrollierter Aufzucht. Nur Betriebe, die nach biologisch-dynamischen Prinzipien wirtschaften, werden hierfür ausgesucht.

Grundsätzlich gilt, daß ein sorgfältig ausgewähltes Heilmittel nicht nur auf die Symptome einer Krankheit einwirkt. Die Selbstheilungskräfte des Organismus werden ebenfalls angeregt, so daß damit der Gesundungsprozeß zusätzlich gefördert wird.

 

Anthroposophische Heilmittel als Ergänzung zur klassischen Hausapotheke

Nachfolgend sei beispielhaft und ohne Wertung eine Auswahl anthroposophischer Heilmittel vorgestellt, gegliedert nach diversen behandlungsbedürftigen Befindlichkeitsstörungen. Bei Erkältungskrankheiten bietet sich eine Vielzahl anthroposophischer Heilmittel an:

So kann ein trivialer Schnupfen mit dem Nasenbalsam (Wala), mehrmals täglich am/im Naseneingang aufgetragen, behandelt werden. Vorsicht ist jedoch bei Kleinkindern bzw. Säuglingen geboten. Für diese Altersgruppe gibt es extra den Nasenbalsam mild (Wala), der frei von ätherischen Ölen ist.

Alternativ steht die Schnupfencreme (Weledea) zur Verfügung, die das Durchatmen erleichert. Das Oleum Rhinale (Welede) hilft, eine trockene Nasenschleimhaut zu befeuchten und damit für das richtige Klima in der Nase zu sorgen.

Bei Halsschmerzen kann mit einem halben Teelöffel Bolus Eucalypti comp (Weleda) auf ein halbes Glas Wasser gegurgelt werden. Wem dies zu umständlich ist, der kann auch einfach eine Messerspitze des Pulvers im Mund zergehen lassen. Mit Echinacea comp. Essenz (Wala), kann der Hals per Sprühflüssigkeit behandelt werden, eventuell unterstützt durch Apis/Belladonna Globuli (Wala), die zusätzlich gegen Schluckbeschwerden helfen.

Bei Husten und Bronchialerkrankungen kann ebenfalls aus einer breiten Palette von Präparaten gewählt werden. Je nach Ausprägung des Hustens stehen beispielsweise Doron Hustentropfen (Weleda) zur Verfügung, die den Schleimfluß positiv beinflussen und so das Abhusten erleichtern.

Das Hustenelixier (Weleda), mit der Indikation "Schleimhaut-Katarrh", ist besonders gut für Kinder geeignet. Aber Achtung: Diabetiker sollen das Elixier wegen seines Zuckergehaltes nicht anwenden. Als Expektorans bietet sich Pulmonin Hustensaft (Wala) an, begleitend dazu können Brust und Rücken mit Plantago Bronchialbalsam (Wala) eingerieben werden. Ein trockener unproduktiver Reizhusten kann mit Archangelica comp. Globuli (Wala) behandelt werden, wohingegen Petasites comp. Globuli (Wala) bei einem krampfartigen, länger anhaltenden Husten eingesetzt werden kann.

Zur Soforthilfe bei leichteren Verbrennungen bieten sich zur Erstbehandlung flüssige Präparate, wie Combudoron Flüssigkeit (Weleda) oder die Brandessenz (Wala) an. Die Erstversorgung einer Brandwunde sollte zunächst mittels kühlenden Umschlägen - dabei stets an die entsprechende Verdünnung denken - erfolgen. Das Brand- und Wundgel (Wala) ist für kleine Verbrennungen und zur Nachbehandlung von Brandwunden geeignet.

Bei Blähungen stehen beispielsweise Carum carvi comp. Suppositorien (Wala), für Kinder die Zäpfchen "für Kinder", zur Verfügung. Melissenöl (Melissa comp., oleum, Wala) soll begleitend, mit warmen Händen im Uhrzeigersinn eingerieben, für Linderung sorgen. Die Birkenkohle comp. Kapseln (Weleda) umfassen ein erweitertes Indikationsgebiet: "Akute Verdauungsstörungen mit Blähungen und Darmkrämpfen sowie Durchfällen..." Bolus alba comp. N (Wala) kann ebenfalls, in Wasser eingerührt werden, bei Durchfällen oder auch Sodbrennen angewendet werden.

Stumpfe Verletzungen und Blutergüsse können mit Arnika-Essenz (Wala/Weleda) in entsprechender Verdünnung zunächst mit kühlenden Umschlägen versorgt werden. Das Arnika Gelee (Weleda) kann bei kleineren Verletzungen ebenfalls verwendet werden. Zur Nachbehandlung empfiehlt sich der Einsatz von Arnika Salbe (Wala/Weleda). Zusätzlich können z.B. Globuli, wie Arnica e planta tota D6 (Wala) oder die Dilution Arnica, Planta tota dil. (Weleda) bis zum Rückgang der Beschwerden eingenommen werden. Gegen Schwellung und Schmerzen kann ebenfalls Cuprum/Quarz comp., Unguentum (Wala) messerrückendick als Salbenverband aufgetragen werden. Die Salbe färbt ab, daher muß die Kleidung gut geschützt werden

Schon die wenigen Beispiele zeigen das weite Spektrum, bei dem anthropsophische Heilmittel eingesetzt werden können. Beim Einsatz dieser Präparate sollte man sich stets darüber bewußt sein, welches Ziel die anthroposophische Heilkunde verfolgt: Die Selbstheilungskräfte des Körpers sollen bestmöglich gefördert werden. Wo die Selbstheilungskräfte des Organismus nicht ausreichen, wird auch die anthroposophische Medizin auf schulmedizinische Konzepte zurückgreifen. Unabhängig davon, welche Therapie man für die Selbstmedikation wählt: es gilt, stets kritisch zu bleiben und in Zweifelsfällen den Arzt aufzusuchen.


Einahme von Globuli

Die Globuli möglichst nüchtern, zehn Minuten vor einer Mahlzeit einnehmen. Dabei unter der Zunge zergehen lassen.

Abgrenzung Homöpathie - anthroposophische Medizin

Gemeinsamkeit:

Ausgangsmaterial zur Präparateherstellung aus denselben Lebensbereichen (Mineral-, Pflanzen-, Tierreich, menschliche Organpräparate) mit der Möglichkeit, untereinander zu kombinieren.

Unterschied:

Die Homöopathie orientiert sich bei der Arzneimittelherstellung an Vorschriften des HAB, welches auf der Lehre von Samuel Hahnemann (1755-1843) basiert.

Bei der anthroposophischen Medizin spielen das HAB, aber auch diverse andere anerkannte Pharmakopöen bei der Heilmittelherstellung eine Rolle. Außerdem fließen spezielle, teilweise firmeneigene, Herstellungsvorschriften mit ein. Diese sind an die Lehren Rudolf Steiners angelehnt.

 


Aromatherapie Übersicht

Die sanfte Hilfe aus der Natur

Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, ätherische Öle in der Aromatherapie einzusetzen. z.B.:
Massage:
Mischen Sie 1g ätherisches Öl mit 50g Pflanzenöl

    · bei trockener Haut Mandel- oder Avocadoöl
    · bei normaler Haut Sesam- oder Traubenkernöl
    · bei fetter Haut Haselnuß- oder Aprikosenkernöl
    · bei empfindlicher Haut Pfirsichkernöl

fügen Sie eine kleine Menge Weizenkeimöl hinzu, das als natürlicher Alterungsschutz wirkt und die Haut mit Vitaminen versorgt. Jojobaöl eignet sich für jeden Hauttyp, auch für Haaröle.

Bäder:
5-15 Tropfen für ein Vollbad entweder als Zusatz zu neutralem Schaumbad (flüssige Seife) oder zu einem Pflanzenöl. Sie können die Öle auch in reiner Form zugeben, benutzen Sie dazu 50 ml Sahne als natürlichen Emulgator!

Gesichtsdamfbad:
Geben Sie 5-15 Tropfen Öl in eine Schüssel mit heißem Wasser und bedecken Sie den Kopf mit einem großen Handtuch. Alle 5 Min. einige Tropfen hinzufügen.

Gesichtskompressen:
5 Tropfen Öl in eine Schüssel mit warmem Wasser geben, dann ein Tuch mit dem Wasser tränken und ca. 5 Min. auf das Gesicht legen.

Inhalation bzw. Verdunstung:
Sie ist die häufigste Anwendungsart der ätherischen Öle. Geben Sie einige Tropfen des ätherischen Öls in das Wasser Ihres Duftinhalators (bzw. Aromalampe).

Anis=1, Bergamotte=2, Eucalyptus=3, Fichte=4, Kampfer=5, Kiefer=6, Lavendel=7, Lemongras=8, Mandarine=9, Minze=10, Melisse=11, Niaouli=12, Orange=13, Rosmarin=14, Salbei=15, Teebaum=16, Ylang-Ylang=17, Zedernholz=18, Zitrone=19.
B=Bad; D=Dampfbad; I=Inhalation; K=Kompresse; M=Massage; V=Verdunstung

Angst 6,17,18,91 V

Anregung 15 V

Arthritis 14 K,M

Atemweg-Infektion 4 I,V,D

Atmungsorgane 6,12 I

Beruhigung 7,13 V,B

Bronchitis 3,10,18 I,V,B

Depression 5,7,11 14,15 V,I,B

Desinfektion 8 V,D

Desodorant 8 K

Entkrampfen 7 M,B

Erkältung 10 I,B

geistige Erschöpfung 10 V,M,I,B

körperl. Erschöpfung 14 I,B

Frustration 17 V

Gedächtnisschwäche 14 I

Gelenkschmerzen 14 M

Grippe 3,12 I,V,B

fettiges Haar 14 B

Haarausfall 14 K

Herzklopfen 13 V,I

Husten 10 I,V,B

Hysterie 9 V,I

Immunsystem 19 I,V

Infektionskrankheiten 16 V,I,K,M

Insekten 8 V    

Katarrh 12,18 I,V    

Koliken 2 M    

Kopfschmerz 7,10 V,M,K    

Kummer 13 V

Migräne 7,11 I,M    

Muskelschmerzen 14 M,B    

Nebenhöhlenentzündung 12 I,B   

Nervenkräftigung 19 V  

Nervenschwäche 5,15 V

Nervosität 9 V  

Pilzbefall 16 K   

Rekonvaleszenz 19 V,I  

Schlaflosigkeit 5,7,9 V,I,B  

Schleim 16 I,D    

Schnupfen 14 D

Schweiß 15 K,M  

Spannung, nervöse 7,11 V,B  

Stirnhöhlenentzündung 12 I,V   

Stress 6,18 V,B

geistige Überbelastung 14 V,B

Verdauungsstörung 1 M

Wut 17 I   

Zigarettenrauch 8 V

Bedeutung: B=Bad; D=Dampfbad; I=Inhalation; K=Kompresse; M=Massage; V=Verdunstung

 

Bewährte Indikationen

Einleitung:
        · Zur Indikation ist erst ein Mittel genannt mit der dazugehörigen
          Arzneiform (Dil.=Lösung, Tabl.=Tabletten, Glob.=Globuli).
        · Danach ist die Indikation genauer charakterisiert! Bitte achten Sie auf die
          genaue Angabe und vergleichen Sie mit Ihren Symptomen.
        · Diese Angaben sind offizielle DHU-Vorgaben, ersetzen jedoch
          keineswegs einen guten Homöopathen und schon gar nicht einen Arzt.

 

Drei Irrtümer über pflanzliche Arzneimittel

Sanft, natürlich, nebenwirkungsfrei - das Image pflanzlicher Arzneimittel ist durchweg positiv. Fast zu positiv, meinen viele Apotheker und Ärzte, denn Folge des positiven Bildes ist oft genug eine unkritische Anwendung. Wer die drei häufigsten Irrtümer über pflanzliche Arzneimittel kennt, kann jedoch sicher sein, daß ihm die Medizin aus der Natur nicht schadet.

Irrtum 1:

Pflanzliche Arzneimittel kann jeder nehmen. Falsch. Wer ein Magengeschwür hat oder hatte, für den sind beispielsweise Magenmittel oder Magentees mit Bitterstoffen tabu. Zum Ausschwemmen von Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme) sind wassertreibende Arzneipflanzen völlig ungeeignet. Hier muß der Arzt verschreibungspflichtige Präparate, sogenannte Diuretika, verordnen.

Tip: Beipackzettel immer genau lesen. Unter dem Punkt "Gegenanzeigen" ist vermerkt, wer das betreffende Arzneimittel nicht nehmen darf.

Irrtum2:

Alle pflanzlichen Arzneimittel eignen sich gut zur Dauereinnahme. Gegenbeispiele: Pfefferminze kann bei Dauergabe den Magenschließmuskel erschlaffen lassen und dadurch Sodbrennen auslösen. Wacholderbeeren können die Nieren schädigen, wenn sie jahrelang in hohen Dosen genommen werden. So gut diese Heilpflanzen über einen kurzen Zeitraum vertragen werden, für die Einnahme über Jahre sind sie ungeeignet.

Tip: Bedenken Sie, daß auch pflanzliche Präparate echte Arzneimittel sind, die Sie ohne den Rat von Apotheker oder Arzt nicht über längere Zeit anwenden sollten.

Irrtum 3:

Pflanzliche Arzneimittel sind ideal für Schwangere. Gegenbeispiele gibt es viele. Zum Beispiel kann Aloe, die gegen Verstopfung eingesetzt wird, den Blutfluß im Becken erhöhen und so eine Frühgeburt auslösen.

Tip: In der Schwangerschaft keine Arzneimittel ohne Rat vom Arzt oder Apotheker nehmen - auch keine pflanzlichen

Homöopathische Apotheke

Im Folgenden geben wir Ihnen einen Vorschlag für die Anfangsausstattung Ihrer homöopathischen Haus- und Notfall-Apotheke. Je nach individuellem Bedarf sollten Sie Ihre Hausapotheke im Laufe der Zeit in Zusammenarbeit mit Ihrem Heilpraktiker ausstatten. Vorab einige Informationen, worauf Sie bei Einnahme von homöopathischen Mitteln achten sollten. Eine Arzneigabe entspricht ca 5 Tropfen einer Dilution bzw. 5 Globuli (Kügelchen) bzw. einer Tablette. Die Wirksamkeit der Arzneien stehen in keinem Bezug zur Einnahmemenge!!

In akuten Fällen wiederholen Sie die Gabe alle 1 bis 2 Stunden. Sobald die Beschwerden nachlassen, können die Einnahmeintervalle vergrößert werden.

Homöopathische Therapie

Die homöopathische Therapie ist nach den üblichen Grundsätzen der Pharmakologie (Dosis-Wirkungskurve) nicht abhängig von der Quantität stofflicher Mengen. Ihre Wirkung beruht vielmehr im Sinne einer spezifischen Reiztherapie auf der Qualität eines Arzneimittels, hergestellt nach den Richtlinien der homöopathischen Pharmazie, eines Arzneimittels also, das in jedem Verhältnis, in der Sprache der Homöopathie in jeder Potenz, einen Reiz auf das Krankheitsgeschehen ausüben und die gewünschte Reaktion des Organismus zur Überwindung der gesundheitlichen Störung auslösen kann. Nicht selten genügt hierfür im biologischen Verständnis ein einziger gezielter Reiz. Voraussetzung für dieses Phänomen ist allerdings, daß der Organismus zur Reizbeantwortung noch fähig ist.

Höhe der Potenz
Nach diesen Prämissen gibt es auch keine feste Dosierungsanweisung für homöopathische Mittel, sei es hinsichtlich der Potenz oder der Häufigkeit der einzelnen Gaben. Es gibt Richtwerte, nach denen man arbeiten kann. Was die Potenzen anbetrifft, werden bei akuten Erkrankungen tiefere Potenzen in häufigeren Gaben bevorzugt, bei chronischen höhere Potenzen in selteneren Gaben, wobei die Grenzen nach der einen oder anderen Seite nicht definitiv festzulegen sind. Dieser weite Spielraum ist nicht ein Zeichen von Willkür oder Unsicherheit, er spiegelt eher in "reizvoller" Weise die ebenso schwer faßbaren, subtilen Vorgänge im natürlichen Heilungsprozeß wider.
In dem vorliegenden Bericht wurden nun solche Potenzen gewählt, die sich erfahrungsgemäß im "Routinefall" bewährt haben. Das heißt nicht, daß nicht auch andere Potenzen nach oben oder unten zum gleichen Erfolg führen können.

Häufigkeit der Gaben
Mit der Dosierung, der Häufigkeit der Gaben, verhält es sich ähnlich. Auch hier gibt es kein festes Schema.
Im allgemeinen gibt man
 1 - 3 mal täglich 5 - 10 Tropfen (Dil.) oder
 1 - 3 mal täglich 1 Tablette

1/2 Stunde vor den Mahlzeiten unverdünnt auf die Zunge, die Tablette läßt man langsam im Munde zergehen. Dieser Hinweis gilt für alle in dem Bericht genannten Mittel, wenn nicht andere Angaben dem entgegenstehen.

Mittelwahl
Im Prinzip gilt für die Mittelwahl die bekannte Simile-Regel (s."Lebendige Homöopathie", DHU). Es haben sich jedoch im Laufe der Zeit ex usu in morbis eine größere Anzahl therapeutischer Fixpunkte ergeben, die nicht immer eine eingehende Differenzierung erfordern, wenn auch die Beachtung gewisser Leitsymptome das Vorgehen erleichtert.
Auf diesen Erfahrungen gründet sich die vorliegende Mittelwahl.

Selbstmedikation
Die ausgewählten Mittel eignen sich im wohlverstandenen Sinne für die Selbstbehandlung, wie sie auf homöopathischem Gebiet seit Jahrzehnten in vielen Bevölkerungskreisen gang und gäbe ist. Nur der Apotheker in seiner Eigenschaft als Arzneimittelsachverwalter ist in der Lage, diesen Brauch zu steuern und zu beeinflussen. Die Selbstbehandlung wird sich im Alltag auf solche Anwendungen beschränken, die ohne tätige Hilfe des Arztes durchgeführt werden können. Im Zweifelsfall ist dessen Inanspruchnahme unerläßlich.

Natürliche Heilung
Der Vorteil der homöopathischen Therapie besteht darin, daß ihre Mittel nicht ausgerichtet sind auf Unterdrückung der Krankheitssymptome im Sinne einer Gegensteuerung, sondern daß sie gleichsinnig die natürlichen Heilungsbestrebungen des Organismus unterstützen oder anregen.
Gelegentlich auftretende geringfügige subjektive Wahrnehmungen nach Einnahme der homöopathischen Mittel sind als "Erstverschlimmerungen" zu deuten, wie es im homöopathischen Sprachgebrauch heißt. Sie sind meist unbedenklich und gelten in der Regel als Indiz für die richtige Mittelwahl, verschwinden rasch von selbst oder nach Übergang auf eine höhere Potenz, wenn der gesamte Krankheitsverlauf nicht andere Maßnahmen erfordert.

 

Spagyrische Arzneimittel - Ursprung und Idee

Das Wort Spagyrik läßt sich aus dem Griechischen ableiten, von span (trennen, schieben) und ageirein (zusammenfügen, vereinigen). Trennen und Vereinigen, Analyse und Synthese: Diese zwei entgegengesetzten Prinzipien werden mit dem einen Begriff Spagyrik umschrieben.

Die Wurzeln der Spagyrik reichen Jahrtausende zurück, ein Begründer kann nicht eindeutig genannt werden. Das Wort Spagyrik wurde oft synonym zum Begriff "Alchemie" angewandt. Spagyrik ist vielmehr ein spezieller Zweig der Alchemie, bei dem in einem speziellen Herstellungsverfahren die Heilpflanze aufgeschlossen bzw. transformiert wird, um das Arzneiliche in reiner Form zu erhalten. (6)

Im Mittelalter hatte die Spagyrik bzw. Alchemie ihre Blütezeit, insbesondere durch den Arzt, Naturphilosophen und Alchimisten Paracelsus (1493-1541), durch den Spagyrik innerhalb der Medizin an Bedeutung gewann. Paracelsus stellte auf alchimistischem Weg Medikamente her, die als wirksames Prinzip die von der Materie abgetrennte Kräfte, das Geistige oder wie er es nannte, die "Arkana" enthielten.

In dieser Richtung forschte auch im 17. Jahrhundert Johannes Rudolf Glauber (1604-1670), der in seiner "Pharmacopoea spagyrica" beschreibt, "wie man aus Vegetabilien, Animalien und Mineralien auf eine besondere und leichte Weise gute, kräftige und durchdringende Arzneien zurichten und bereiten soll" und hierin genaue Vorschriften für die Herstellung der spagyrischen Heilmittel liefert.

Während der Aufklärungszeit verlor die Spagyrik an Bedeutung und wurde erst im 19. Jahrhundert durch den italienischen Grafen Cesare Mattei (1809-1896) wiederbelebt. Er entwickelte für seine "elektrohomöopathischen" Mittel ein Herstellungsverfahren, das spagyrische Grundzüge enthielt.

Inspiriert durch Matteis Wirken entwickelte Carl Friedrich Zimpel (1800-1878) das "Zimpelsche Heilsystem".

Dr. Carl Friedrich Zimpel, in Sprottau in Schlesien geboren, war zunächst eifriger Anhänger und Verfechter der Homöopathie, bis er 1866 auf der Suche nach einem Mittel auf den Grafen Mattei stieß. Zimpel verbrachte zwei Tage in dessen Praxis, konnte ihm jedoch nicht das Geheimnis der Herstellung der Mittel entlocken, vermutete jedoch einen der "ars spagyrica" entsprechenden Herstellungsprozeß. Den Mitteln sprach er eine Heilkraft zu, die alles bisher aus Allopathie und Homöopathie bekannte übertraf.

Zimpel drängte den Grafen Mattei, seine Mittel in Leipzig herstellen und vertreiben zu lassen, das Vorhaben scheiterte jedoch.

Daraufhin beschloß Zimpel, die spagyrischen Mittel selbst herzustellen. Nun war er ununterbrochen mit der Entwicklung beschäftigt, so daß kaum Zeit blieb, selbst zu therapieren und Erfahrungen zu sammeln. Die Zimpel-Mittel wurden fortan von einem Homöopathen in Göppingen erprobt und angewandt, die Rechte für die Herstellung seiner Mittel übergab Zimpel Dr. Friedrich Mauch, Apotheker in der Homöopathischen Central-Apotheke Göppingen, der auch für den Verkauf der Zimpel-Mittel und die Herausgabe entsprechender Broschüren sorgte.

Durch die Tätigkeit von Apotheker Müller in dieser Apotheke blieb die Spagyrik bis zur heutigen Zeit erhalten. 1921 gründete Müller seine eigene Fabrik und legte so den Grundstein dafür, daß das Wissen Zimpels in Familientradition weitergegeben werden konnte.

Während Hahnemann in der Meinung "Die Substanzen des Tier- und Pflanzenreichs sind in ihrem rohen Zustand am arzneilichsten" (Organon § 266), seine Tinkturen und Essenzen nur mit Weingeist ausziehen ließ und die inneren "geistartigen Arzneikräfte" durch Verschütteln bzw. Verreiben in ihrer Wirksamkeit erhöhte, bezweckte Zimpel mit seinem speziellen Herstellungsverfahren die Loslösung des wirksamen Prinzips einer Pflanze oder eines Minerals von dem Ballast des Pflanzenkörpers, um es in einer möglichst reinen verfeinerten Form zu isolieren und zu konzentrieren. Die Annahme Zimpels, daß die Arzneikraft durch aufschließende Methoden aus den sie beengenden Fesseln befreit werden sollte, und jede Substanz "ein reines und gutes und ein dem ersten widerstrebendes feindliches Prinzip oder eine solche Substanz erhält" veranlaßte die Spagyriker dazu, nach einem geeigneten Verfahren zu suchen, welches das Gute vom Bösen, das Reine vom Unreinen, das Wirksamen vom Unwirksamen, das "Gift" vom "Balsam" trennt. Diese Scheidekunst nannte man die "Ars spagyrica".

Wie das Scheiden vor sich geht, hat Paracelsus seine Schüler gelehrt und von diesen hat es Zimpel übernommen. Zimpel verwendete zur Herstellung seiner spagyrischen Essenzen nur Pflanzen, deren Heilwirkung er als Homöopath kannte und deren Wirkung er unzählige Male schon erprobt hatte.

Typisch für die spagyrische Bearbeitung sind die Aufschließung des Ausgangsmaterials durch Gärung, die schonende Destillation des vergorenen Pflanzenmaterials, die Veraschung des Rückstandes sowie die anschließende Vereinigung der einzelnen Fraktionen.

Heutzutage gibt es eine Vielfalt spagyrischer Herstellungsverfahren, von denen einige in das amtliche Homöopathische Arzneibuch (HAB) als standardisierte Verfahren übernommen wurden. Spagyrische Mittel werden arzneimittelrechtlich zu den homöopathischen Mitteln gezählt, obwohl sie, was die Herstellung betrifft, keinerlei Gemeinsamkeiten besitzen.

 
Herstellung spagyrischer Arzneimittel

Die Herstellung spagyrischer Arzneimittel nach Zimpel ist das älteste heute noch praktizierte Verfahren. Die Herstellungsvorschriften orientieren sich an den Ausführungen von Johann Rudolf Glauber.

Sie wurden als Vorschriften 25 und 26 "Spagyrische Urtinkturen nach Zimpel und ihre flüssigen Verdünnungen" in das HAB 1 übernommen.

Die Staufen-Pharma hält sich bei der Herstellung ihrer spagyrischen Arzneimittel an diese Vorschriften.

Folgende Arbeitsschritte sind nötig (beobachtet bei Staufen-Pharma):

1. Vorbereitung des Pflanzenmaterials; die frischen oder getrockneten Pflanzen werden bei Staufen- Pharma, wenn nötig in Handarbeit, von Schmutz und unerwünschten Bestandteilen befreit. Mit speziellen Schneidemaschinen wird das Ausgangsmaterial bis auf die nötige Teilchengröße zerkleinert.

2. Gärung; in Tontöpfen wird das zerkleinerte Material mit der nötigen Menge Wasser und Bäckerhefe versetzt und bei Temperatur von 20 - 25° der Gärung überlassen. Der Gärmeister sorgt durch regelmäßiges Durcharbeiten für einen gleichmäßigen Gärvorgang. Er entscheidet, wann die Gärung beendet ist. Bei der Gärung werden Kohlenhydrate unter Bildung von Alkohol abgebaut.

3. Destillation; der Gäransatz wird nun in Destilllationsapparaturen einer schonenden Wasserdampfdestillation unterworfen. Im Destillat sind die flüchtigen Bestandteile enthalten, vor allem ätherische Öle und der bei der Gärung entstandene Alkohol. Alkaloide, Glykoside und Gerbstoffe gehen nicht in das Destillat über.

4. Veraschung; das Destillationsgerät wird nach der Destillation entleert, der Rückstand getrocknet und im Veraschungsofen bei 400°C verascht. Die Asche ist nun von allen organischen Bestandteilen befreit. Sie enthält die anorganischen Salze, wertvolle Mineralien und Spurenelemente.

5. Vereinigung; das Destiallat wird mit der Asche vereinigt, 2 Tage unter mehrmaligem Umrühren im Glasgefäß belassen und filtriert. Das Filtrat ist das fertige Heilmittel, die "spagyrische Urtinktur nach Zimpel".

Die Kennzeichnung der spagyrischen Einzelmittel erfolgt unter Angabe des Mittelnamens, der Potenzangabe und dem Zusatz "spag. Zimpel", z.B. "Echinacea O spag. Zimpel".

Eine spagyrische Essenz ist klar, farblos bis gelblich und riecht sehr intensiv, aromatisch. Zur Anwendung in der Therapie kommen die Urtinkturen. Eine Potenzierung nach dem homoöpathischen Prinzip ist grundsätzlich möglich, jedoch nicht nötig, da die Art der Herstellung die Ausgangssubstanz veredelt und die Urtinktur die volle Arzneikraft enthält. Die spagyrischen Arzneimittel sind aufgrund der Herstellungsart in der Regel untoxisch, die meisten toxischen Pflanzeninhaltsstoffe bleiben bei der Wasserdampfdestillation im Rückstand. In Einzelfällen kann es jedoch bei der Anwendung zu allergischen Erscheinungen kommen.

 
Anwendung spagyrischer Arzneimittel

Die ursprüngliche Arzneimittellehre der Zimpelschen Spagyrik basierte auf der Grundlage, daß Erkrankungen auf einer mangelhaften, minderwertigen und krankhaften Veränderung einer oder beider Nährflüssigkeiten des Körpers, nämlich der Lymphe und des Blutes beruhen. Zimpel hat deshalb zwei Mitteln seiner spagyrischen Reihe, dem Blut- und dem Lymphmittel, besondere Bedeutung zugemessen. Diese, sowie drei weitere Original-Zimpel-Mittel, sind auch heute noch erhältlich. Heutzutage werden Spagyrika meist als Einzelmittel oder als Komplexe gemäß der phytotherapeutischen Wirkung der Pflanze, bzw. im Sinne des homöopathischen Simile-Prinzips angewandt.

Einzelmittel werden angewandt als Akutmittel bei klar ausgeprägten Symptomen, die auf ein bestimmtes Mittel schließen lassen, oder als Zwischenmittel, um zwei verschiedene Therapiephasen zu verbinden. Komplexmittel sind Mischungen von Einzelessenzen, die der Therapeut unter Berücksichtigung unterschiedlicher Aspekte, wie z.B. der Art der Funktionsstörung, der Erkrankung eines Organs oder Organsystems aber auch der Persönlichkeit individuell zusammenstellt. In diesen Komplexmitteln ergänzen sich die einzelnen Komponenten und wirken vielschichtig auf den kranken Organismus, was vor allem bei komplexen Beschwerden und chronischen Krankheiten von Bedeutung ist. Während die Wirksamkeit des originalen Zimpelsystems auf astrologischen, hermetischen und theosophischen Erklärungsmodellen beruht, führt man die Wirkung nach dem modernen, biodynamischen Denkmodell ähnlich der Wirkung homöopathischer Arzneimittel auf eine Aktivierung der Selbstheilungskräfte zurück.

Die Beeinflussung des autoregulativen Systems im Menschen erfolgt auf einer immateriellen Ebene durch die im Arzneistoff gespeicherten Informationen. Die Überführung des Trägermediums Wasser in den gasförmigen Zustand und die anschließende Kondensation bei der Destillation, in Gegenwart wasserdampfflüchtiger Planzeninhaltsstoffe, soll gemäß diesem Denkmodell, ähnlich der Verschüttlung in der Homöopathie, Informationen auf das Wasser übertragen, die am Menschen Heilreaktionen bewirken. Spagyrische Arzneimittel können sowohl innerlich als auch äußerlich als Einreibung, als Umschläge, Mundspüllösungen, Augenkompressen oder als Ohrwatte angewandt werden. Auch die subkutane und intramuskuläre Injektion sowie die Einspritzung in Akupunkturpunkte ist möglich.

 

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