Reisekrankheiten A-F


AMÖBENRUHR

Amöben sind Einzeller, die in Cystenform mit unsauberem Trinkwasser, rohen Salaten,
Früchten, Gemüsen unter unhygienischen Bedingungen (auch durch Verschleppung von Fliegen)
übertragen werden. Die Inkubationszeit ist
unterschiedlich, evtl. Monate, da sich die Ruhramöbe symptomlos im Darm aufhalten kann.
Bei Krankheitsausbruch kommt es zu Durchfällen mit Blut- und Schleimabgang,
Leibkrämpfen, meist auch Fieber und Allgemeinerscheinungen.
Die Krankheit beginnt nicht so akut wie die bakterielle Ruhr,
kann aber länger anhalten oder rezidivieren.
Als Spätkomplikation können Amöbenabszesse in der Leber auftreten.
Diagnose der Amöbenruhr durch mikroskopische Stuhluntersuchung,
der Leberamöbiasis durch Blutteste und Spezialuntersuchungen.

AUSSATZ

siehe unter Lepra (Aussatz)

BANDWÜRMER

Die erwachsenen, segmentierten Würmer, die mehrere Meter lang werden können,
leben im Dünndarm und verursachen nur selten Beschwerden.
Die Infektion erfolgt durch Aufnahme von Cysten (Finnen) mit rohem
oder unzureichend erhitztem Fleisch, meist vom Rind oder Schwein, selten Fisch.
Durch die gesetzliche Lebensmittelhygiene kommen diese Parasiten bei uns kaum mehr vor,
in anderen Ländern sind Rinder- und Schweinebandwürmer noch weit verbreitet.
Lokale Gerichte aus rohem, geräuchertem oder ungegartem Fleisch oder Fisch bergen immer ein gewisses Risiko.
Die Entwicklung der Finne bis zum reifen Wurm dauert 2-3 Monate.
Der Mensch bemerkt die Infektion meist durch Abgang von Bandwurmgliedern spontan oder mit dem Stuhl.
Ansonsten wird die Diagnose durch mikroskopischen Ei-Nachweis erbracht.
Bei unsauberer Hygiene oder über kontaminierte Nahrung können Eier des Schweinebandwurms gelegentlich
auch vom Menschen aufgenommen werden und sich in Muskeln, Organen oder sogar im Gehirn zu Finnen (Cysten) entwickeln.
Eine solche "Cysticercose" kann ein schweres Krankheitsbild machen und erfordert Behandlung durch Spezialisten.


BARTONELLOSE (Carrion'sche Krankheit, Oroyafieber)

Bakterielle Infektion, die zu einer fieberhaften Erkrankung mit Lymphknotenschwellungen
und schwerer Blutarmut führt. Im weiteren Verlauf kann es zu warzenförmigen Hautveränderungen kommen.
Die Übertragung erfolgt durch kleine Stechmücken (Phlebotomen, "Sandfliegen"),
die in der Dämmerung und nachts aktiv sind. Die Inkubationszeit kann mehrere Wochen betragen.
Die Krankheit kommt praktisch nur in den Hochtälern der Anden in Peru, Ecuador und Südwest-Columbien vor.
Diagnose durch Erregernachweis aus dem Blut.


BILHARZIOSE (Schistosomiasis)

In tropischen Ländern vorkommende parasitäre Erkrankung durch Pärchenegel,
die in den Venen des Unterleibes leben. Die mit Stuhl oder Urin ausgeschiedenen Eier
entwickeln sich erst in bestimmten Süßwasserschnecken zu infektionstüchtigen Larven;
eine Ansteckung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich.
Die Larven bohren sich bei Kontakt mit derart verseuchtem Wasser durch die unverletzte Haut
und gelangen zunächst in die Leber, von dort nach einigen Wochen in den Unterleib.
Die Zeit von der Infektion bis zum Beginn der Eiablage dauert 6-12 Wochen.
Wenige Stunden nach der Infektion kann an der Eintrittstelle eine vorübergehende Hautreizung auftreten,
4-6 Wochen später eine fieberhafte Allgemeinerkrankung, einige Wochen danach Verdauungs- oder Blasenbeschwerden,
wobei Blut im Stuhl oder Urin Leitsymptome sind. Diagnose durch Blutuntersuchung sowie durch mikroskopischen Ei-Nachweis.


BINDEHAUTENTZÜNDUNG (epidemische Konjunktivitis)

Augenreizungen durch Licht- und Staubeinwirkung sind in tropischen Ländern häufig.
Eine stärkere Bindehautentzündung ist verdächtig auf eine Virusinfektion,
besonders wenn gleichartige Erkrankungen in der Umgebung auftreten.
Die Inkubationszeit beträgt 1-2 Tage. Die Übertragung erfolgt durch
engen Kontakt mit Infizierten und Einbringen von infektiösem Material in die Augen.
Es beginnt mit Schmerzen und Fremdkörpergefühl, meist in beiden Augen.
Die Bindehäute sind stark gerötet, die Lider schwellen an, bisweilen sind
Lymphknoten hinter dem Ohr tastbar. Das Allgemeinbefinden ist nicht beeinträchtigt.
Die Krankheit heilt gewöhnlich innerhalb von 10 Tagen aus.


BRUCELLOSE (Maltafieber)

Bakterielle Infektion, die zu längerem Fieber und unterschiedlichen Organbeteiligungen führen kann.
Die Inkubationszeit beträgt 1-4 Wochen. Die Übertragung erfolgt über Milchprodukte,
vorwiegend von Ziegen und Schafen. Der Infektionsweg über kleine Hautverletzungen bei Umgang mit kranken Rindern,
Ziegen, Schafen, Schweinen ist auf bestimmte Berufsgruppen beschränkt.
Die Diagnose ist schwierig und nur über spezielle Blutuntersuchungen möglich.


BRUGIA

siehe unter Filariose


CALABAR-SCHWELLUNG

siehe unter Loa-Loa


CARRION'SCHE KRANKHEIT

siehe unter Bartonellose


CHAGAS-KRANKHEIT

Erkrankung durch Einzeller (Trypanosomen), die nur im tropischen Mittel- und Südamerika vorkommt.
Die Übertragung erfolgt durch Raubwanzen, die in rissigen Wänden und Dächern von primitiven Häusern oder
Hütten leben und nachts Blut saugen. Betroffen ist vorwiegend die ärmere Bevölkerung. Der Stich wird oft nicht bemerkt.
Nach 1-4 Wochen entwickelt sich an der Stichstelle oder im Gesicht eine Schwellung mit Beteiligung der örtlichen Lymphknoten.
Später kommt es zu Fieber und Allgemeinerscheinungen.
Unbehandelt verläuft die Infektion chronisch und kann zu schweren Schäden am Herzen und am Magen-Darmtrakt führen.
Diagnose durch Erregernachweis oder Blutuntersuchung in Speziallaboratorien.


CHOLERA

Die Kontamination von Nahrungsmitteln oder Trinkwasser (Brunnen) mit
Cholera-Vibrionen führt meist zu endemischen Ausbrüchen, selten zu
Einzelerkrankungen. Bei mangelhafter Sanitärhygiene kann sich die Krankheit
explosionsartig ausbreiten. Die Inkubationszeit ist kurz (einige Stunden bis Tage).
Plötzlich einsetzende, schmerzlose, wäßrige Durchfälle evtl. mit Erbrechen, meist ohne Fieber,
führen rasch zu lebensbedrohlichen Flüssigkeitsverlusten.
Daneben gibt es auch mildere Verlaufsformen.


CLONORCHIS

siehe unter Leberegel, Kleiner


CREEPING ERUPTION

siehe unter Hautmaulwurf


DENGUE-FIEBER


Dengue- und verwandte Viren sind in den Tropen und Subtropen weit verbreitet.
Dabei kommt es in unregelmäßigen Abständen gebietsweise zu Ausbrüchen mit
zahlreichen Krankheitsfällen. Die Übertragung erfolgt nicht direkt von Mensch
zu Mensch sondern ausschließlich durch Stechmücken. Die Inkubationszeit beträgt 5-7 Tage.
Das Krankheitsbild ist grippe-ähnlich: Fieber, starke Kopf- und Gliederschmerzen,
Druckschmerz hinter dem Auge, bisweilen flüchtige Hautrötung.
Die akuten Symptome klingen nach einer Woche ab, die Rekonvaleszenz mit
allgemeiner Abgeschlagenheit kann sich jedoch länger hinziehen.
Insgesamt ist die Erkrankung gutartig und heilt komplikationslos aus.

Bestimmte Varianten können gelegentlich einen schwereren Verlauf mit
Blutungsneigung oder Schocksymptomen hervorrufen. Kinder sind hiervon
eher betroffen als Erwachsene, Einheimische häufiger als Touristen.

Die Diagnose wird zunächst symptomatisch gestellt, sie kann später durch Blutuntersuchungen bestätigt werden.


DIPHTHERIE

Bakterielle Infektion, die meist durch Tröpfcheninfektion übertragen wird.
Symptome sind Fieber um 38 Grad, leichte Rachenentzündung mit grau-weißen
Belägen und süßlichem Mundgeruch und Allgemeinerscheinungen. In schweren Fällen
kann es zu einer Halsschwellung mit Luftnot, zu Herzmuskelentzündung und zu Nervenlähmungen kommen.
In tropischen Ländern siedelt sich die Diphtherie öfter in Hautgeschwüren an.
Diagnose durch Bakterien-Nachweis aus dem Rachen.


DRACUNCULUS

siehe unter Medinawurm


DURCHFALL, BLUTIGER

siehe unter Ruhr, Bakterielle (Shigellose)


ECHINOCOCCOSE, CYSTISCHE (Hydatiden-Krankheit)

Der sehr kleine Bandwurm lebt im Darm von Hunden. Der Mensch kann sich durch Eier infizieren,
die mit dem Hundekot ausgeschieden werden. Sie bilden im Verlauf von Jahren Cysten in
verschiedenen Organen, vorwiegend in Leber und Lunge, die symptomlos bleiben können,
bisweilen aber schwere Krankheitsbilder machen. Hunde, die sich in der Nähe von Rindern,
Schafen oder anderen Weidetieren aufhalten und streunende Hunde sind potentiell gefährlich.
Die Diagnose wird durch Blutuntersuchung und bildgebende Verfahren gestellt.


FILARIOSE (Wuchereria und Brugia)

Die 5- 10 cm langen, fadenförmigen Rundwürmer parasitieren in Lymphgefäßen.
Ihre Larven gelangen ins Blut, von wo sie durch bestimmte Stechmücken aufgenommen
und weiterverbreitet werden. Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich.
Leichte Infektionen bleiben oft symptomlos und werden nur durch spezielle Blutuntersuchungen entdeckt.
Ein starker Befall setzt einen längeren Aufenthalt im Endemiegebiet mit ständiger
Re-Infektion voraus (Einheimische). Er kann zu Entzündungen und Stauungen der Lymphbahnen
führen und eine Elefantiasis (unförmige Verdickung meist einer Extremität) verursachen.
Diagnose durch Nachweis der Larven aus dem Blut, Behandlung durch Spezialisten (Tropenmediziner).


FLECKFIEBER, KLASSISCHES

Schwere Erkrankung durch bestimmte Bakterien (Rickettsien), Übertragung durch Läuse (vorwiegend Kleiderlaus).
Inkubationszeit 10- 14 Tage. Beginn mit Fieber, Lichtscheu, Kopfschmerzen, nach einigen Tagen
fleckförmiger Hautausschlag und Himbeteiligung (Encephalitis). Spätrückfälle sind möglich.
Die Krankheit tritt meist endemisch auf wo große Menschenmengen unter schlechten hygienischen
Verhältnissen zusammenleben (Massenquartiere, Flüchtlingslager, Kriege); sie bevorzugt kältere
Klimazonen, in den Tropen (Afrika, Südamerika) z.B. nur Höhenlagen über 1600 m, wo es Läuse
gibt und die Menschen nachts in ihren Kleidern schlafen. Diagnose durch klinische
Symptome und Blutuntersuchung.


FLECKFIEBER, MURINES

Die Erkrankung ähnelt dem klassischen Fleckfieber, die Symptome (Hautausschlag, Hirnentzündung)
sind jedoch geringer ausgeprägt, der Verlauf eher gutartig. Erreger-Reservoir sind kleine Säuger,
vorwiegend Ratten, von denen die Bakterien durch Flöhe auf den Menschen übertragen werden.
Die Krankheit bevorzugt warme Zonen bzw. Jahreszeiten und tritt im Gegensatz zum
klassischen Fleckfieber einzeln oder in kleinen Gruppenerkrankungen auf.
Diagnose durch klinische Symptome und Blutuntersuchung.


FSME

siehe unter Zeckenenzephalitis


VIRALE HÄMORRHAGISCHE FIEBER

Hierbei handelt es sich um eine Gruppe von schweren Viruserkrankungen,
die bei Reisenden extrem selten vorkommen. Nach einer Inkubationszeit von 7-21
Tagen beginnen sie mit hohem Fieber und Grippegefühl,
gefolgt von Blutungen in Haut und Schleimhäuten mit Beteiligung innerer Organe.
Sie treten nur in ländlichen Gebieten auf und werden durch Kontakt mit kleinen Nagetieren,
in Afrika vereinzelt auch durch eine Affenart (Grüne Meerkatze),
sowie durch erkrankte Menschen übertragen. Endemiegebiete sind für:

· Lassa-Fieber: Westafrika (Liberia, Nigeria, Sierra Leone),
· Ebola-Maridi-Fieber: Südsudan, nördliches Zaire,
· Argentinisches-Hämorrh.-Fieber: Pampas-Regionen (Februar -August),
· Bolivianisches Hämorrh.-Fieber: Bolivien,
· Venezuelanisches-Hämorrh.-Fieber: Venezuela.

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