Stufenschema zum Asthma


Neue Einteilung der Stufen seit 1999

Neue Stufe 1:
Geringgradig intermittierendes Asthma
Dieser Stufe werden Patienten zugeordnet, die höchstens zweimal pro Woche tagsüber Beschwerden haben und bei denen nächtliche Asthmasymptome weniger als zweimal im Monat auftreten. In diesen Fällen ist eine symptomatische Bedarfsbehandlung mit kurz wirksamen Beta-2-Mimetika ausreichend.

Stufe 2: leichtes Asthma
Symptome häufiger als dreimal pro Woche. Peak Flow 60-80% des Sollwertes

Theapie:
Inhalative Glukokortikoide 200 bis 500 ug/Tag

Alternativ:
Cromoglicinsäure oder Nedocromil und Inhalation kurz wirksamer Beta-2-Mimetika bei Bedarf

Neue Einteilung seit 1999:
Täglich brauchen nur noch bis zu 500 µg (frühere Empfehlung bis 1000 ug) Beclometasondipropionat, 400 µg Budesonid bzw. 250 µg Fluticason inhaliert werden. Wie bereits im früheren Stufenschema können alternativ DNCG oder Nedocromil gegeben werden, kurzwirkende Beta-2-Agonisten bzw. Anticholinergika sind ebenfalls erlaubt.

Stufe 3: mittelschweres Asthma
Symptome mehrfach täglich und häufiger auch nachts. Peak Flow morgens unter 60% des Sollwertes

Therapie
Inhalative Glukokortikoide 200 bis 2000 ug/Tag plus eine oder mehrere dieser Substanzen:
Inhalative langwirksame Beta-2-Mimetika. Orales, retardiertes Theophyllin. Orale, retardierte Beta-2-Mimetika und Inhalation kurzwirksamer Beta-2-Mimetika bei Bedarf.

Neue Einteilung seit 1999:
Kombination aus möglichst niedrig dosierten inhalativen Kortikoiden plus Retard-Theophyllin.
Formoterol und Salmeterol bieten sich vor allem bei Patienten mit nächtlichem Asthma und/oder mehrfachen obstruktiven Episoden tagsüber an. Eine Kombination mit Kortikoiden ist obligat.

Stufe 4: schweres Asthma
Ständige Symptome von erheblicher Intensität.
Peak Flow morgens unter 50% des Sollwertes.
Körperliche Aktivität deutlich eingeschränkt.
Ausgeprägte tageszeitliche Schwankungen

Therapie:
Orales Glukokortikoid (als Kortisonstoß oder über längere Zeit) und inhalative Glukokortikoide 200 bis 2000 ug/Tag
plus eine oder mehrere dieser Substanzen:

    · Orales, retardiertes Theophyllin
    · Inhalative langwirksame Beta-2-Mimetika
    · Orale retardierte Beta-2-Mimetika und Inhalation kurzwirksamer Beta-2-Mimetika bei Bedarf.

Die Behandlung soll auf der Stufe einsetzen, die dem augenblicklichen Asthma-Schweregrad entspricht.
Wenn die Beschwerden auf einer Stufe nicht zu beherrschen sind, ist der Übergang auf die nächsthöhere Stufe angezeigt. Besteht dagegen eine stabile Atemsituation über längere Zeit, wird die Medikation unter Beachtung der Symptome und der Peak-Flow-Werte schrittweise reduziert. Angestrebt wird ein Minimalbedarf. Bei selten auftretenden Symptomen ist zusätzlich eine Behandlung nach Bedarf mit kurzwirksamen Beta-2-Mimetika indiziert.

Andere Verfahren

Darüberhinaus nicht-medikamentöse Maßnahmen:

    · Wird das Asthma durch Allergene wie Pollen und Hausstaubmilben hervorgerufen, sollte die Indikation für eine spezifische Immuntherapie geprüft werden.
    · Speziell bei Patienten der Stufen 3 und 4 stellen physiotherapeutische Maßnahmen und Atemgymnastik (z.B. Lippenbremse) eine zusätzliche Hilfe dar.
    · Sinnvoll ist die Teilnahme an Asthma-Sportgruppen.
    · Auch die Wahl eines geeigneten Urlaubsortes in allergen- und schadstoffarmer Umgebung (Meer, Hochgebirge) kann den Behandlungserfolg unterstützen.
    · Bei großem Leidensdruck bietet eine psychische Betreuung Hilfe bei der Krankheitsbewältigung.

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