Der Rollator muss passen!


Stürze vermeiden
Der Rollator muss passen!
Robert Kneschke/Shutterstock.com

Ein Rollator ist für Menschen mit Gangunsicherheit eine große Erleichterung. Doch damit die Gehhilfe wirklich unterstützt, muss bei Anschaffung und Nutzung einiges beachtet werden.

Rollatoren sind kein Stigma mehr

Ob im Pflegeheim, im Park oder beim Einkaufen: Rollatoren sind aus dem Alltag kaum noch wegzudenken. Das ist kein Wunder, denn es gibt zahlreiche Gründe, die fahrbare Gehhilfe zu nutzen. Gangunsicherheiten, Gleichgewichtsprobleme und Kraftminderung sind die wichtigsten davon. Aber auch Menschen, die aufgrund schwerer Erkrankung schnell erschöpft sind, profitieren von dem praktischen Fahrgestell.

Um wirklich nützlich zu sein, muss der Rollator richtig ausgewählt und individuell angepasst werden. Bei der Auswahl ist auf folgende Kriterien zu achten:

  • Größe. Die Größe muss an die Körperhöhe der Nutzer*in angepasst sein. Zur weiteren Individualisierung sind höhenverstellbare Griffe und verstellbare Bremsgriffe wichtig.
  • Gewicht. Eine große Rolle spielt das Gewicht. Schwerere Modelle rollen stabiler, aber leichte sind einfacher zu handhaben. Deshalb muss bei der Anschaffung auch die Kraft der Nutzer*in berücksichtigt werden.
  • Räder. Soll der Rollator vor allem draußen genutzt werden, sind große Räder mit robustem Profil praktisch. Modelle mit einem Vorderrad lassen sich dagegen besonders gut in der Wohnung steuern.
  • Transportmöglichkeit. Wer viel unterwegs ist und den Rollator im Auto mitnehmen möchte, braucht ein Modell, das sich einfach zusammenfalten lässt.
  • Sitzbrett. Viele Rollatoren verfügen über ein Sitzbrett. Vor allem für Menschen, die weitere Strecken damit zurücklegen wollen oder schnell erschöpft sind, ist das eine gute Möglichkeit, sich zwischendurch auszuruhen.
  • Zubehör. Vom Schirmhalter über eine Fahrradklingel bis zum Einkaufskorb lässt sich ein Rollator ganz nach Wunsch ausstatten.

Anpassen vermeidet Stürze

Bei falscher Verwendung kann die beliebte Gehhilfe aber auch schaden. Häufig sieht man, wie Benutzer*innen vornübergebeugt hinter dem Rollator herlaufen, der Schwerpunkt also viel zu weit hinten liegt. Andere gehen auf Zehenspitzen, weil die Armstützen zu hoch eingestellt sind. In solchen Fällen sind Stürze vorprogrammiert.

Um dies zu vermeiden, muss der Rollator individuell angepasst werden. Die Griffe sind so einzustellen, dass sie sich auf Höhe der Handgelenke des herabhängenden Arms befinden. Auch die Bremsen müssen gut zu fassen und zu drücken sein. Zusätzlich ist ein Rollatortraining sinnvoll, z. B. bei der Physiotherapeut*in. Dabei kann man die richtige Körperhaltung lernen und das Gehen mit dem Rolli vorwärts, rückwärts, bergauf und bergab üben. Und weil es gar nicht so einfach ist, auch das Aufstehen und Hinsetzen auf das Sitzbrett.

Kasse zahlt – aber nur das Standardmodell

Ist ein Rollator nötig, kann die Ärzt*in ihn als Hilfsmittel verordnen. Allerdings übernimmt die Krankenkasse nur die Kosten für ein einfaches Modell. Besondere Ausstattungswünsche müssen die Nutzer*innen selbst bezahlen.

Quelle: Springermedizin

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