Nahrungsergänzung im Blick: Oligofruktose


Sinn oder Unsinn?
Nahrungsergänzung im Blick: Oligofruktose
Tatjana Baibakova/Shutterstock.com
Besonders oft wird Oligofruktose Joghurts beigegeben. Dort dient sie den Milchsäurebakterien als Nahrung.

Der Name täuscht: Mit der süßen Fruktose hat die Oligofruktose wenig gemeinsam. Das Nahrungsergänzungsmittel wird zwar vielen Lebensmitteln zugesetzt – aber nicht wegen seines Geschmacks, sondern wegen seiner positiven Wirkung als Ballaststoff.

Bringt den Darm in Schwung

Als großes Molekül wird die Oligofruktose – im Gegensatz zu anderen Zuckern – im Dünndarm nicht verdaut und ins Blut aufgenommen. Stattdessen bleibt Oligofruktose im Darm, bis sie durch die Darmbewegungen weitertransportiert und irgendwann wieder ausgeschieden wird. Sie gilt deswegen als für die Gesundheit positiver Ballaststoff. Denn Ballaststoffe sind Füllstoffe, durch die der Darm aktiv bleibt und weniger zu Verstopfung neigt. Wer unter einem trägen Darm leidet und mit Oligofruktose gegensteuern will, sollte aber auf eine ausreichende Menge achten. Für einen Effekt sind mindesten 8 Gramm pro Tag notwendig.

Um den täglichen Ballaststoff-Bedarf zu decken sind jedoch keine Nahrungsergänzungsmittel notwendig. Eine ausgewogene Ernährung mit reichlich Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten deckt den Ballaststoffbedarf – mindestens 30 Gramm pro Tag - ebenfalls ab und enthält daneben noch andere wichtige Vitamine und Mineralstoffe.

„Futter“ für die Darmflora

Neben ihrer Funktion als Ballaststoff hat die Oligofruktose auch noch weitere Effekte auf die Gesundheit. Im Dickdarm angekommen dient sie nämlich den dort ansässigen Bakterien als Nahrung. Besonders die „guten“ Bifidobakterien profitieren von der Oligofruktose. Krankmachende Bakterien wie zum Beispiel Clostridien werden im Wachstum eher gehemmt. Außerdem wird vermutet, dass Oligofruktose und andere Ballaststoffe vor Diabetes mellitus, Dickdarmkrebs oder einem erhöhten Cholesterinspiegel schützen. Hier sind allerdings noch weitere aussagekräftigen Studien nötig.

Quellen: Elmadfa und Leitzmann: Ernährung des Menschen, 6. Auflage, utb, 2019; Slavin 2013; Verbraucherzentrale; EFSA Stuhlfrequenz und Auswirkungen auf den Blutzucker; Pool-Zobel: Gesundheitsfördernde Eigenschaften von Inulin und Oligofruktose, Ernährungs-Umschau, 54, 2007

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